Freitag Kleidung Zürich

Mitarbeit: Michael Schilliger, Jonas Hermann, Franziska Scheven, Sonja Blaschke

doodah Zürich | FREITAG

doodah Zürich | FREITAG

F-abrik im Nœrd | FREITAG

F-abrik im Nœrd | FREITAG

F-abrik im Nœrd | FREITAG

F-abrik im Nœrd | FREITAG

Stores - Unsere Läden in Zürich - rrrevolve - Online-Shop ...

Stores – Unsere Läden in Zürich – rrrevolve – Online-Shop …

Die letzte offizielle Auflistung zu «Tötungsdelikten mit rechtsextremer bzw. rassistischer Motivation seit 1990» seitens des Bundesinnenministerium ist vom 12. Juni 2018. Sie beziffert die Zahl der Todesopfer mit 83. Allerdings gibt es verschiedentlich Kritik an dieser Statistik. Die «Zeit» und der «Tagesspiegel» gingen aufgrund von Recherchen Mitte 2018 von 169 Toten aus. Was jedoch die Morde in Halle besonders macht, ist die klare Intention, mit der Tat auch ein Signal zu setzen. Derartige terroristische Taten gab es in jüngster Vergangenheit in Deutschland eigentlich nur in drei Fällen:
• die Taten des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU)
• der Amoklauf am Olympia-Einkaufszentrum in München, bei dem sich ein rechtsextremer Hintergrund des Täters herausstellte
• und der Mord an Walter Lübcke im Juni dieses Jahres

Der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat einen Tag nach dem Anschlag in Halle den Tatort besucht. Er trug am Donnerstag einen Kranz zu der Synagoge. Steinmeier kam in Begleitung von Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU).

Der Angriff eines Rechtsextremisten auf die Synagoge in Halle/Saale wird in der kommenden Woche voraussichtlich auch den deutschen Bundestag beschäftigen. Die FDP-Fraktion hat dazu am Donnerstag eine Aktuelle Stunde beantragt. «Der Deutsche Bundestag muss darüber sprechen, wie wir jüdisches Leben in Deutschland besser schützen können und was getan wird, um die Tat vollständig aufzuklären», sagte Fraktionsgeschäftsführer Marco Buschmann der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Erst ab dem kommenden Mittwoch sind im Bundestag wieder Plenardebatten vorgesehen. Die laufende Woche ist keine Sitzungswoche des Berliner Parlaments.

Die deutsche Bundesanwaltschaft will noch am Donnerstag beim Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs Antrag auf Erlass eines Haftbefehls gegen den mutmasslichen Attentäter von Halle stellen. Das teilte die Behörde mit. Mehr Informationen dazu gibt Generalbundesanwalt Peter Frank ab 14 Uhr 30 in Karlsruhe bekannt.

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hält nach dem Anschlag eines mutmasslichen Rechtsextremisten auf die Synagoge in Halle im Bundesland Sachsen-Anhalt auch Politiker der AfD für mitverantwortlich. «Das einer sind diese schrecklichen Gewalttäter, vor denen wir uns schützen müssen – das andere sind auch die geistigen Brandstifter», sagte Herrmann am Donnerstag im Bayerischen Rundfunk. «Da sind in letzter Zeit auch einige Vertreter der AfD in unverschämter Weise aufgefallen», fügte er hinzu.

Namentlich nannte Herrmann den Thüringer Rechtsaussen-Politiker Björn Höcke. «Höcke ist einer der geistigen Brandstifter, wenn es darum geht, wieder mehr Antisemitismus in unserem Land zu verbreiten», sagte er und ergänzte: «Darüber müssen wir jetzt die politische Auseinandersetzung konsequent führen.»

Bei dem Mann, der in einem Döner-Imbiss erschossen wurde, handelt es sich offenbar um einen 20-Jährigen. Er zählte zur Fangemeinde des Fussball-Drittligisten Hallescher FC, wie Anhänger des Vereins bekanntgaben. «K.S. wurde gerade einmal 20 Jahre alt. Feige erschossen!», heisst es in einem Facebook-Beitrag der Fangemeinde.

Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Halle, Max Privorozki, hat nach dem Anschlag auf die Synagoge fehlenden Polizeischutz beklagt. «Bei uns gibt es nie Polizeikontrollen», sagte er am Donnerstag in Halle. Nicht einmal bei der Chanukka-Feier, dem Jüdischen Lichterfest, mit mehreren hundert Menschen gebe es Polizei, «obwohl ich bitte, dass sie kommen.» Anders als beispielsweise in Berlin und München sei die Polizei nicht vor der Synagoge präsent.

Der Zentralrat der Juden in Deutschland sieht im Angriff von Halle eine «neue Qualität des Rechtsextremismus in Deutschland». Zentralratspräsident Josef Schuster sagte am Donnerstag im Deutschlandfunk, der Anschlag auf die Synagoge verändere das Gefühl jüdischer Menschen in Deutschland. «Es macht sich Sorge breit.»

Er beobachte eine politische Entwicklung, die Rechtsextremismus fördere, sagte Schuster weiter. Deshalb sei die Tat nicht ganz unerwartet gewesen. Nun sei entscheidend, dass die deutschen Behörden sicherstellten, dass jüdische Menschen unbeschadet eine Synagoge besuchen können. Prinzipiell schienen die technischen Schutzmassnahmen sehr gut gewesen zu sein, so Schuster. «Aber wäre hier ein Polizeiposten gewesen, hätte der Mann unschädlich gemacht werden können.»

Jenseits von Reaktionen aus der Politik und von Sicherheitsbehörden wünscht sich der Zentralratspräsident mehr Zivilcourage gegen Antisemitismus im Alltag: Bei Stammtischparolen und Judenwitzen solle man aufzeigen, wo die Grenzen sind.

Unser Berliner Büroleiter Marc Felix Serrao war am Mittwochabend dabei, als Bundeskanzlerin Angela Merkel die Synagoge in der Oranienburger Strasse in Berlin besucht hat. Er hat anschliessend mit Rabbinerin Gesa S. Ederberg gesprochen.

Der deutsche Aussenminister Heiko Maas (SPD) hat mit Fassungslosigkeit auf den Anschlag in Halle reagiert. «Warum geschieht das in unserem Land? Unserem Land! Zwei unschuldige Menschen wurden brutal ermordet – wie entsetzlich und sinnlos», schrieb er am Donnerstag auf Twitter.

Ich bin es leid, immer wieder entsetzt und erschüttert sein zu müssen. Wann hört das auf? Warum geschieht das in unserem Land? Unserem Land! Zwei unschuldige Menschen wurden brutal ermordet – wie entsetzlich sinnlos. (1/3) #halle0910

Und es ist unerträglich, dass die jüdische Gemeinde an ihrem höchsten Feiertag einem solchen Angriff ausgesetzt ist. In Deutschland! 2019! Den Angehörigen der Opfer und allen Betroffenen gilt meine ganze Anteilnahme. (3/3) #halle0910

Bei der Durchsuchung der Wohnung des mutmasslichen Täters sind Beweismittel sichergestellt worden, wie ein Sprecher der Bundesanwaltschaft am Donnerstagmorgen sagte. Von der Durchsuchung in Benndorf bei Eisleben hatte zuvor der MDR Sachsen-Anhalt berichtet. Dort soll der Mann mit seiner Mutter gelebt haben.

Der mutmassliche Täter war zuvor offenbar nicht als Rechtsextremer aufgefallen. Geprüft werde, ob es Mittäter gegeben habe. Die Bundesanwaltschaft sieht die Tat rechtsextremistisch und antisemitisch motiviert – auch das Bekennervideo sei eindeutig antisemitisch und rechtsextremistisch.

«Er hat geplant, Menschen zu töten», so ein Ermittler. Letztlich habe er aber seinen Anschlagsplan nicht umsetzen können. Derzeit wird das Umfeld des Mannes ermittelt.

Der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat nach dem Angriff auf eine Synagoge in Halle/Saale mit dem Präsidenten des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, telefoniert. Das sagte eine Sprecherin des Bundespräsidialamtes am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Die beiden hätten noch am Mittwoch miteinander gesprochen. Steinmeier hatte nach dem Angriff zur Solidarität mit den jüdischen Mitbürgern aufgerufen. Das habe er in dem Telefonat noch einmal bekräftigt, sagte die Sprecherin. «Gegen Mittag» werde der Bundespräsident an diesem Donnerstag Halle besuchen, eine genaue Uhrzeit stehe noch nicht fest.

Der NZZ liegt das Bekennervideo vor, dass der Attentäter ins Internet stellte. Die Aufnahme der Tat dauert knapp 36 Minuten. Aus ihr wird offenkundig, dass das Attentat einen antisemitischen Hintergrund hatte. Gleich am Anfang des Videos richtet sich der Attentäter an die Zuschauer und leugnet den Holocaust. Anschliessend hetzt er gegen Feminismus und Flüchtlinge und nennt Juden «die Ursache aller Probleme».

Unser Korrespondent Hansjörg Müller ist in Halle. Er schickt Bilder von der Synagoge, in die der Attentäter einzudringen versuchte. An der Tür sind Einschusslöcher zu sehen.

Im Zusammenhang mit dem Anschlag in Halle ist am Donnerstagmorgen im 15 Kilometer entfernten Landsberg ein dunkelgraues Auto abgeschleppt worden. Nach Informationen eines dpa-Reporters ist das Kennzeichen identisch mit dem des Fahrzeugs, hinter dem sich der Täter in Halle verschanzt hatte und Schüsse abgegeben hatte. Polizisten im Stadtteil Wiedersdorf machten keine Angaben dazu.

Kurz nach dem Angriff eines mutmasslichen Rechtsextremisten auf die Synagoge am Mittwoch mit zwei Toten war Wiedersdorf abgeriegelt worden. Auch dort waren Schüsse gefallen. Mehrere Häuser wurden durchsucht. Mit Maschinenpistolen in den Händen gingen Polizisten durch die Strassen des Ortsteils. Die Polizei wollte dazu zunächst nichts sagen. Am Donnerstagmorgen wurde die Sperrzone aufgehoben.

Freitag Shop, Zürich, Schweiz Stockfoto, Bild: 15 - Alamy

Freitag Shop, Zürich, Schweiz Stockfoto, Bild: 15 – Alamy

Nach unbestätigten Medienberichten war der Täter nach den Schüssen in Halle mit dem Auto nach Landsberg geflüchtet, hatte dort in einer Autowerkstatt mehrere Menschen bedroht und sich ein neues Fluchtauto besorgt. Ein Mitarbeiter in der Garage wollte sich nicht zu den Vorfällen äussern, weil er Zeuge sei. Mit dem neuen Auto baute der flüchtige Täter den unbestätigten Berichten zufolge einen Unfall und wurde an der B91 südlich von Halle festgenommen.

Nach dem Anschlag in Halle ist eine Wohnung laut einem MDR-Bericht durchsucht worden. Der Einsatz soll in Benndorf bei Eisleben gewesen sein, berichtet MDR Sachsen-Anhalt am Donnerstag. Die Polizei in Sachsen-Anhalt bestätigte die Durchsuchung am Morgen nicht. In Benndorf soll nach Angaben eines Nachbarn des Vaters des mutmasslichen Täters, der im nahe gelegenen Helbra wohnt, die Mutter von Stephan B. leben.

Im Internet ist ein Dokument aufgetaucht, bei dem es sich nach Angaben einer Expertin um eine Erklärung des Angreifers zu handeln scheint. Das PDF-Dokument zeige Bilder von Waffen und enthalte einen Verweis auf das Live-Video, das von der Tat verbreitet worden sei, schrieb Rita Katz, Leiterin der auf die Beobachtung von Extremisten spezialisierten Site Intelligence Group, auf Twitter.

In dem Text wird laut Katz das Ziel genannt, «so viele Anti-Weisse zu töten wie möglich, vorzugsweise Juden». Das Dokument sei anscheinend am 1. Oktober angelegt worden und gebe Hinweise darauf, wie viel Planung und Vorbereitung der Täter in die Attacke gesteckt habe. Ob es tatsächlich von dem mutmasslichen Täter stammt, ist bisher unklar. Nach ersten Prüfungen werde es von den Ermittlern aber als «authentisch» bewertet, berichtete der «Spiegel» unter Berufung auf Sicherheitskreise. Unter anderem stimmten die in dem «Manifest» abgebildeten und vom Täter offenbar teils selbst gebauten Schusswaffen mit den tatsächlich bei dem Anschlag eingesetzten Waffen überein.

Der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier will am Donnerstagmittag die Synagoge in Halle besuchen. Geplant ist auch ein Treffen mit Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU), wie das Bundespräsidialamt am Morgen mitteilte.

Nach den tödlichen Schüssen in Halle hat ein Grossteil der Polizisten einen zweiten Einsatzort im etwa 15 Kilometer entfernten Landsberg (Saalekreis) verlassen. Die zuvor gesperrte Landstrasse, die am kleinen Orteil Wiedersdorf vorbeiführt, war am frühen Donnerstagmorgen wieder befahrbar. Ob der Einsatz in dem aus nur wenigen Häusern bestehenden Dorf damit beendet ist, wollten Polizisten vor Ort nicht mitteilen.

Kurz nach den Angriffen vom Mittwoch in Halle war das kleine Örtchen abgeriegelt worden. Mehrere Häuser sollen durchsucht worden sein. Mit Maschinenpistolen in den Händen gingen Polizisten durch die Strassen des Ortsteils. Ein Anwohner berichtete, dass das Fluchtauto auf seinem Grundstück stehe und sich darin Sprengstoff befinde. Das bestätigte die Polizei allerdings nicht. Am späten Abend war die Sperrzone um Wiedersdorfs erweitert worden. Einen Grund dafür nannten die Beamten dort nicht.

In Halle legten Menschen am Marktplatz Blumen und Kerzen für die Opfer nieder. Auch in anderen deutschen Städten versammelten sich Menschen in der Nähe von Synagogen und gedachten der Toten.

Nach Einschätzung von Extremismusforscher Matthias Quent wollte der Täter offenkundig eine international verbreitete, rechte Internet-Subkultur erreichen. «Er spricht Englisch, und er greift Verschwörungstheorien auf, zum Beispiel über die angeblich zerstörerische Macht des Judentums. Er äussert sich auch abwertend über Feminismus», sagte Quent der Deutschen Presse-Agentur. Das seien Motive der weltweiten populistischen und radikalen Rechten. «Das Video folgt der Ästhetik eines Videospiels, auch durch die Ego-Shooter-Perspektive», sagte Quent. «Der Täter heroisiert sich, seine Opfer will er demütigen.» Dennoch solle man Erfahrung mit Videospielen als einen möglichen Auslöser nicht überbewerten – sonst müssten solche Taten viel häufiger sein. «Ausserdem würde es die politische Motivation aus dem Fokus rücken», warnte Quent. «Was er äussert, das sind nicht nur Einzelmeinungen eines Spinners. Es ist Ausdruck einer verbreiteten rechtsextremen Ideologie.»

Der deutsche Innenminister Horst Seehofer hatte schon am Mittwochabend gesagt, der Generalbundesanwalt, der die Ermittlungen rasch an sich gezogen hatte, habe «ausreichend Anhaltspunkte für einen möglichen rechtsextremistischen Hintergrund».

Nach dem gescheiterten Anschlag auf eine Synagoge in Halle mit zwei Toten wird der deutsche Innenminister Horst Seehofer (CSU) am Donnerstagnachmittag die Stadt besuchen. Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Präsidenten des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, und Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) soll er die Öffentlichkeit über den aktuellen Ermittlungsstand informieren.

Die Tat erinnert an den Anschlag eines Rechtsextremisten auf Muslime in zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch, bei dem Mitte März 51 Personen getötet worden waren. Wie dieser Täter soll auch der Schütze von Halle eine Kamera auf dem Helm getragen haben. Er soll ein 35-minütiges Bekennervideo hochgeladen haben, das auf einer Streamingplattform in Echtzeit von fünf Personen verfolgt wurde. Anschliessend hätten rund 2200 Personen das aufgezeichnete Video angeschaut, bevor es gelöscht worden sei, erklärte die Videospielplattform am Mittwoch im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Zwei von Schüssen getroffene Opfer – ein Mann und eine Frau – wurden nach Angaben des Universitätsklinikum Halle «schwerstverletzt». Beide seien erfolgreich operiert worden, «es besteht derzeit keine akute Lebensgefahr». Laut Polizei wurde auch der mutmassliche Schütze verletzt und medizinisch versorgt.

Der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, sagte am Abend: «Die Brutalität des Angriffs übersteigt alles bisher Dagewesene der vergangenen Jahre und ist für alle Juden in Deutschland ein tiefer Schock.» Zugleich erhob er schwere Vorwürfe gegen die Polizei. «Dass die Synagoge in Halle an einem Feiertag wie Jom Kippur nicht durch die Polizei geschützt war, ist skandalös.» Er fügte hinzu: «Wie durch ein Wunder ist nicht noch mehr Unheil geschehen.»

Bei den Angriffen haben Defekte an mindestens einer Waffe des Täters allem Anschein nach eine höhere Opferzahl verhindert. In dem offensichtlich vom Attentäter aufgenommenen Tatvideo ist zu sehen, wie in mindestens zwei Fällen Ladehemmungen Menschen das Leben retten. So zielt er mit seiner Waffe auf den Fahrer eines Kurierdienstes. Die Waffe versagt, der Mann kann unversehrt entkommen. Wenige Minuten später gelingt im Döner-Imbiss mindestens einer Person die Flucht, weil die Langwaffe Aussetzer hat. Der Täter setzte eine vermutlich im Selbstbau hergestellte Langwaffe sowie eine Pistole ein. Ausserdem legte er selbstgebastelte Sprengsätze vor der Synagoge ab.

Die Debatte um den Schutz von jüdischen Einrichtungen erlebt in Deutschland nun umso mehr neuen Aufschwung, als dass am vergangenen Freitag in Berlin ein Mann mit einem Messer vor der Neuen Synagoge überwältigt wurde und kurz darauf aus der Haft entlassen wurde. Es habe lediglich der Anfangsverdacht eines Hausfriedensbruchs vorgelegen, hiess es von der Polizei dazu am Wochenende. Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, forderte ein strengeres Vorgehen der Justiz nach Angriffen und Angriffsversuchen. In letzter Zeit sei eine «Verschiebung der roten Linie» zu beobachten, sagte Schuster.

Laut der «Mitteldeutschen Zeitung» soll der 27-jährige Tatverdächtige aus Benndorf bei Eisleben kommen – knapp 35 Kilometer von Halle entfernt. Am Mittwochabend sollen dort mehrere Polizisten und das SEK im Einsatz gewesen sein und Hausdurchsuchungen durchgeführt haben. Die Polizei bestätigte der Zeitung, dass die Hausdurchsuchung im Rahmen der Ermittlungen zu den Anschlägen in Halle stattfanden.

Nach dem Vorwurf des Zentralrats der Juden hat auch der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Halle, Max Privorozki, schwere Vorwürfe an die Polizei gerichtet. In einem Video, das das Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus auf Twitter veröffentlichte, sagte Privorozki, die Polizei habe zu langsam reagiert: «Die waren zu spät vor Ort.» Mindestens zehn Minuten hätten sie gebraucht, als er angerufen und gesagt habe: «bewaffneter Anschlag gegen die Synagoge».

Privorozki berichtete, dass in der Synagoge 51 Menschen waren. «Wir haben zuerst Schüsse gehört.» Ein Sicherheitsmann und er hätten dann über den Monitor einer Kamera gesehen, wie jemand, der wie ein Soldat einer Spezialeinheit gekleidet gewesen sei, jemanden erschossen habe. Danach habe er gegen die Tür geschossen.

Die Leute hätten sich in der Synagoge verbarrikadiert. Beide Eingangstüren seien verbarrikadiert gewesen, mit Möbeln, mit allem Möglichen – für den Fall, dass der Täter die Aussentür aufgebrochen hätte. Gott sei Dank habe er dies aber nicht geschafft, so Privorozki.

Ein ehrenamtlicher Sicherheitsmann konnte in #Halle heute Schlimmeres verhindern. Es ist unvorstellbar, was passiert wäre, hätte sich der schwerbewaffnete Attentäter Zugang zur gefüllten Synagoge verschafft. https://t.co/XKSqfHYnzK

Bundeskanzlerin Angela Merkel nimmt heute Abend an einer Solidaritätsveranstaltung an der Synagoge in der Oranienburger Strasse in Berlin teil.

«Da kommt ein brauner Sumpf hoch, von dem wir alle dachten, er sei nicht mehr da», sagt die Berliner Rabbinerin Gesa S. Ederberg.

Wenige Stunden nach der Tat berichteten verschiedene Medien über ein Video, das der Täter während seiner Tat aufgenommen und gestreamt haben soll. Die Bundesanwaltschaft bestätigte die Existenz eines Videos, wollte auf Nachfrage aber keine näheren Angaben dazu machen, was darin zu sehen ist.

Die Nachrichtenagentur dpa beschreibt den Inhalt des Videos derweil folgendermassen: In dem verbreiteten knapp 36 Minuten langen Video ist zu Beginn zu sehen, wie der mutmassliche Täter in Kampfanzug mit Waffen in einem Auto sitzt. Der Mann gibt in schlechtem Englisch extrem antisemitische Äusserungen von sich. Das Video wurde offensichtlich von einer an seinem Helm befestigten Kamera gefilmt.

In den Aufnahmen ist zu sehen, wie der Filmende vergeblich versucht, in die Synagoge an der Humboldtstrasse zu gelangen. Die Tür bleibt allerdings verschlossen. Daraufhin schiesst der Täter auf der Strasse einer Passantin mehrfach in den Rücken, die ihn zuvor angesprochen hatte. Die Frau bleibt leblos neben dem Fahrzeug des Täters liegen. Es ist auch zu sehen, wie der Mann in Kampfmontur auf der Strasse auf einen Mann zielt, seine Waffe hat aber wohl Ladehemmung. Das Opfer, vermutlich ein Kurierfahrer, kann unverletzt entkommen. «Pech», sagt die Stimme des Filmenden.

Der mutmassliche Täter fährt danach mit einem Auto durch die Stadt. Er sagt immer wieder auf Englisch, dass er ein «Loser» (Verlierer) sei. Bei einem Döner-Imbiss in der Ludwig-Wucherer-Strasse («Kiez-Döner») steigt der Mann aus, geht in den Laden und schiesst mehrfach.

Eine Person kann sich in den hinteren Teil des Ladens retten und überlebt, weil die Waffe des Täters versagt. Ein männliches Opfer versucht sich hinter einer Reihe von Kühlschränken zu verstecken. In dem mit einer tragbaren Kamera gefilmten Video ist zu sehen, wie der Mann um sein Leben fleht. Der Täter feuert mehrfach auf ihn und tötet ihn. Zurück auf der Strasse schiesst der Angreifer in Richtung eines jungen Mannes. Der Passant kann aber fliehen.

Anschliessend schiesst er auf eine Polizeistreife, die sich ihm in den Weg stellt. Der Mann berichtet an seine mutmasslichen Livestream-Zuschauer, dass er am Hals angeschossen worden sei. Es hat den Anschein, dass der Täter während der Tat per Livestream mit Personen kommuniziert. Bis zum Abend gab es keine Bestätigung der Behörden dafür, dass es sich bei dem Mann im Video um den Attentäter handelt. Eine Version des Videos war auf der Streaming-Plattform Twitch zu sehen, wurde dort allerdings gleich wieder gelöscht.

Polizisten haben im etwa 15 Kilometer entfernten Landsberg (Saalekreis) mehrere Häuser durchsucht. Mit Maschinenpistolen in den Händen gingen sie durch die Strassen des Ortsteils Wiedersdorf. Anwohner durften ihre Häuser nicht betreten. Polizisten würden Grundstück für Grundstück durchsuchen, sagte ein 51-Jähriger einem dpa-Reporter vor Ort. Über eine WhatsApp-Gruppe hielten die Einwohner Kontakt, schilderte der Mann. Die Anwohner seien in Angst. Sie dürften ihre Häuser nicht verlassen. Mehrere Mannschaftswagen der Polizei, darunter auch Fahrzeuge aus Sachsen, waren im Einsatz. In Wiedersdorf waren ebenfalls Schüsse gefallen, wie eine Sprecherin der Polizei Halle der dpa bestätigte. Zu den näheren Umständen des Vorfalls wollte sie zunächst nichts sagen. Angaben zu den Hintergründen machte die Polizei nicht.

Der Zentralrat der Juden erhebt in seiner Presseerklärung einen schweren Vorwurf. Die Synagoge in Halle sei nicht durch die Polizei geschützt gewesen. Der Präsident des Zentralrates Josef Schuster bezeichnet dies angesichts des Feiertages Jom Kippur als «skandalös».

Wenn denn die Synagoge tatsächlich nicht polizeilich geschützt war, wirft dies zahlreiche Fragen auf. Gewöhnlich entwickeln jüdische Einrichtungen in Deutschland in enger Absprache mit der Polizei Sicherheitsmassnahmen und verstärken diese in Zeiten, wo von einer höheren Bedrohungslage auszugehen, wie beispielsweise während hohen jüdischen Feiertagen.

Unsere München-Korrespondentin Stephanie Lahrtz hat zusammengefasst, wie jüdische Gemeinden dabei vorgehen.

Der deutsche Innenminister Horst Seehofer geht von einem antisemitischen Motiv der Tat aus. «Nach dem derzeitigen Stand der Erkenntnisse müssen wir davon ausgehen, dass es sich zumindest um einen antisemitischen Angriff handelt», sagte Seehofer am Mittwochabend.

Laut dem «Spiegel» liegt den Ermittlern ein Video vor, das der Attentäter mithilfe einer Helmkamera aufgenommen haben soll. Der Film zeigt, wie er eine Passantin in der Nähe des jüdischen Friedhofs sowie einen Gast in einem Döner-Bistro in der Nähe der Synagoge erschießt.

Die Polizei hat ihre Warnung vor einer akuten Gefährdungslage für die Bevölkerung aufgehoben. «Sie können wieder auf die Strasse, die Warnungen sind aufgehoben», twitterte die Polizei am Mittwochabend. Die Gefährdungslage werde nicht mehr als akut eingestuft.

Die Entwarnung gilt ebenso für den #Saalekreis und das Umland. #hal0910 #halle https://t.co/diKmZon9Wr

Aus Sicherheitskreisen wurde bekannt, dass es sich um einen Einzeltäter handeln soll. Das teilte die Deutsche Presse-Agentur mit.

Laut dem «Spiegel» handelt es sich doch um einen Einzeltäter. Der Tatverdächtige soll demnach 27 Jahre alt und Deutscher aus Sachsen-Anhalt sein. Er soll laut einem Bericht der «Süddeutschen Zeitung» seine Tat in einem Video festgehalten und dieses im Internet hochgeladen haben.

Die Sperrung des Hauptbahnhofs Halle ist aufgehoben worden. Die Züge im Fern- und Regionalverkehr fahren den Bahnhof seit kurz nach halb sechs wieder an, wie eine Bahnsprecherin sagte. Der Knotenpunkt war am frühen Nachmittag nach den tödlichen Schüssen vor einer Synagoge in Halle gesperrt worden. Reisende müssten aber noch bis in den späten Abend hinein mit Verzögerungen rechnen, sagte die Bahnsprecherin. Es dauere immer eine Zeit, bis sich der Verkehr normalisiere.

Der Täter legte wohl auch selbstgebastelte Sprengsätze vor der Synagoge ab.

Nach dem Vorfall in Halle stehen auch Synagogen in der Schweiz unter erhöhter Beobachtung. «Wir haben ein Augenmerk auf die Lage und haben die Schutzmassnahmen entsprechend angepasst», sagte Brigitte Vogt, Mediensprecherin der Stadtpolizei Zürich, auf Anfrage. Um was für Schutzmassnahmen es sich konkret handelt, will die Stadtpolizei aus taktischen Gründen nicht bekanntgeben. Es sei aber üblich, dass Synagogen während jüdischer Festtage überwacht würden. Diese Überwachung sei aufgrund der gegenwärtigen Ereignisse nun intensiviert worden.

Die Polizei in Halle bittet die Bürger weiterhin um Hinweise, Fotos oder Videos, die zur Aufklärung der Tat führen könnten.

Falls ihr Fotos oder Videos vom Tatgeschehen oder sonstige Hinweise habt, das @bka unterstützt uns mit einem #Hinweisportal

Bitte nutzt dieses und verbreitet die Fotos/Videos nicht in sozialen Netzwerken!https://t.co/f1aOY43mUe#hal0910 #halle

Shocked and saddened by the tragic events in #Halle, Germany, the members of the European Parliament stood for a minute of silence today. We send our deepest condolences to the families of the victims and hope that the police will be able to catch the suspects quickly. Media David Sassoli (@EP_President) 9. Oktober 2019

Mehrere Politiker im In- und Ausland drückten angesichts der Tat in Halle ihre Bestürzung aus. Die Abgeordneten des Europaparlaments legten eine Schweigeminute ein. «Wir sprechen den Familien der Opfer unser tiefes Mitgefühl aus und hoffen, dass die Polizei die Verdächtigen rasch festsetzen kann», sagte der EU-Parlaments-Präsident David Sassoli.

In Deutschland äusserten sich unter anderem SPD-Interimschefin Malu Dreyer und die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Katrin Göring Eckardt, zu der Tat und zeigten sich besorgt und mitfühlend.

In der Kleinstadt Landsberg, aus welcher am Nachmittag nach dem mutmasslichen Attentat auf eine Synagoge in Halle ebenfalls Schüsse gemeldet wurden, ist offenbar der Ortsteil Wiedersdorf von der Polizei abgesperrt worden. Laut Angaben der Nachrichtenagentur DPA ist auch ein Helikopter der Bundespolizei vor Ort.

Nach wie vor sind viele Dinge unklar, hier ein kleiner Überblick zur gegenwärtigen Lage:

Nach tödlichen Schüssen auf zwei Menschen in Halle im deutschen Bundesland Sachsen-Anhalt sind die Täter weiterhin auf der Flucht. Das bestätigte die Polizei in Halle gegenüber Journalisten. Ein Tatverdächtiger sei festgenommen, hiess es weiter.

Neben den beiden Todesopfern gab es zudem zwei Schwerverletzte.
Die Tat ereignete sich am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur vor der Synagoge der Stadt. 70 bis 80 Menschen befanden sich deswegen am Mittwoch in dem Gotteshaus. Ob ein Zusammenhang bestand, blieb zunächst unklar. Ein offenbar von einem Augenzeugen aufgenommenes Video zeigte einen mit einem Kampfanzug und Helm ausgestatteten Angreifer, der auf offener Strasse mehrere Schüsse abgab. Ein Sprecher der jüdischen Gemeinde teilte mit, dass einer der Angreifer die Türen des Gotteshauses aufschiessen wollte.

Bei den Todesopfern handelt es sich nach den Worten einer Polizeisprecherin um einen Mann und eine Frau. Der Mann sei in einem Döner-Imbiss erschossen worden, die Frau an der Humboldtstrasse, in der sich auch die Synagoge befindet.

Die Polizei gab zudem an, dass mehrere mutmassliche Täter mit einem Auto geflüchtet seien. Details zu der Identität des Festgenommenen blieben zunächst unklar. Die Polizei forderte die Einwohner von Halle auf, wachsam zu bleiben.

Die Bundespolizei verstärkt nach den tödlichen Schüssen in Halle/Saale ihre Kontrollen an Bahnhöfen und Flughäfen in Mitteldeutschland. Das gelte auch für die Verkehrswege nach Polen und Tschechien, teilte die Bundespolizei Mitteldeutschland am Mittwochnachmittag via Twitter mit. Sie unterstütze ausserdem die Polizei in Halle/Saale vor Ort.

Das etwa 15 Kilometer entfernte Landsberg (Saalekreis) steht nun offensichtlich im Fokus der Polizei. Die Zufahrt zu dem Ortsteil Wiedersdorf ist abgesperrt. Zuvor waren auch in der Ortschaft Schüsse gefallen, wie eine Sprecherin der Polizei Halle der DPA bestätigte. Zu den näheren Umständen wollte sie zunächst nichts sagen. Mehrere Mannschaftswagen der Polizei, darunter auch Fahrzeuge aus Sachsen, waren vor Ort. Auch zwei Krankenwagen waren zu sehen. Am Nachmittag landete auf einem Feld bei Wiedersdorf nach Angaben eines DPA-Reporters zudem ein Helikopter der Bundespolizei.

Aufgrund der Einsatzlage in #Halle sind wir sensibilisiert. Wir haben unsere Schutzmaßnahmen überprüft und insbesondere an den jüdischen Einrichtungen angepasst.
^yt https://t.co/UB5ZzcQret

Die Polizei in Bayern bereitet sich darauf vor, dass ein bewaffneter Gewalttäter von Halle auf seiner Flucht auch in den Freistaat kommen könnte. «Wir stellen uns auf einen bewaffneten Täter ein», sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken am Mittwoch auf DPA-Anfrage. Über die Art und den Umfang der Vorbereitungen wollte er keine Angaben machen. Zuvor hatte es Berichte gegeben, wonach ein bewaffneter Täter aus Halle in Sachsen-Anhalt mit dem Auto auf der Flucht in Richtung Süden unterwegs sei. Der Polizeisprecher bestätigte aber nicht, dass es Hinweise auf eine Flucht nach Bayern gebe. Die bayrische Polizei treffe die gleichen Vorbereitungen wie auch Kollegen etwa in Hessen und Thüringen – es handele sich um ein standardisiertes Prozedere.

Der deutsch-jüdische Historiker Michael Wolffsohn sagte der NZZ: «Der Anschlag beweist einmal mehr, dass schöne Sonntagsreden und Moralappelle kein Verbrechen verhindern. Für Sicherheit muss etwas getan werden. Reden reicht nicht.»

Gegenüber dem Evangelischen Pressedienst sagte eine Sprecherin des Generalbundesanwaltes, es gebe ausreichend Anhaltspunkte für einen möglichen rechtsextremistischen Hintergrund der Tat. Dafür sprächen die gesamten Umstände.

Der Bundestagsabgeordnete der Grünen Konstantin von Notz sagte auf Anfrage der NZZ, bei den entsetzlichen Ereignissen in Halle scheine es sich um einen gezielten antisemitisch motivierten Angriff auf Gläubige in einer Synagoge am höchsten jüdischen Feiertag zu handeln. Der Angriff auf einen Döner-Laden spreche für zusätzliche rassistische Motive der Täter. «Dass so etwas heute mitten in unserem Land geschieht, ist grauenvoll und eine Schande.»

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hat die tödlichen Schüsse in Halle als «verabscheuungswürdige Tat» verurteilt. «Es wurden durch sie nicht nur Menschen aus unserer Mitte gerissen, sie ist auch ein feiger Anschlag auf das friedliche Zusammenleben in unserem Land», erklärte er am Mittwochnachmittag. Er sei entsetzt über die Tat. «Mein Mitgefühl gilt den Angehörigen der Opfer.»

Haseloff war am Mittwoch eigentlich zu einer Konferenz mit anderen Kohlevertretern aus ganz Europa nach Brüssel gereist, um über Strukturhilfen zu verhandeln. Nach der Tat entschied er sich, vorzeitig nach Sachsen-Anhalt zurückzukehren.

Nach Informationen der «Leipziger Volkszeitung» haben die mutmasslichen Täter von Halle im Raum Wiedemar in Sachsen-Anhalt ein Taxi gestohlen. Sie sollen über die A 9 und B 91 in Richtung Zeitz geflüchtet sein. Der Polizei sei es gelungen, eine Person festzunehmen.

Nach Informationen des «Spiegels» trug einer der Verdächtigen einen Helm und Kampfmontur-ähnliche Kleidung. Laut dem Nachrichtenmagazin handelt es sich um mindestens zwei Täter, die sich nach dem Angriff getrennt hätten.

Der MDR berichtet, in Landsberg hätten sich Polizeikräfte versammelt. Das Gerücht, dass sich dort die Täter verschanzt hätten, ist bis jetzt nicht bestätigt.

Nebst den zwei Toten gibt es nun auch Berichte von zwei Verletzten. In der Uniklinik Halle seien zwei Personen mit Schussverletzungen eingeliefert worden. Einer der Verletzten werde derzeit operiert, erklärte der Pressesprecher der Klinik der «Mitteldeutschen Zeitung». Zum anderen Verletzten gebe es momentan keine weiteren Informationen.

Der Generalbundesanwalt hat die Ermittlungen zur Tat in Halle übernommen. In Leipzig hat die Polizei derweil Einsatzkräfte vor der lokalen Synagoge verstärkt. Laut einer Reporterin des Bayerischen Rundfunks befinden sich momentan fünf Polizisten vor dem Eingang der Synagoge.

Gegenüber dem MDR erzählt ein Augenzeuge, dass ein Täter versucht habe, in den jüdischen Friedhof, der an die Synagoge angrenzt, einzudringen. Er sei mit einer Schrotflinte und einem Maschinengewehr bewaffnet gewesen und habe mehrere Schüsse abgefeuert. Ein Mädchen, das von der Tramhaltestelle kam, habe er erschossen.

Ein Augenzeuge der Schießerei in #halle berichtet. #hal0910 Media MDR SACHSEN-ANHALT (@MDR_SAN) October 9, 201914.41 Uhr

Gegenüber dem «Spiegel» hat der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde in Halle Max Privorotzki erklärt, die Verdächtigen hätten versucht, in die Synagoge einzudringen. Dies sei ihnen allerdings nicht gelungen. In der Synagoge befänden sich momentan 70 bis 80 Personen. Jüdinnen und Juden feiern heute auf der ganzen Welt Jom Kippur, den höchsten jüdischen Feiertag. Der «Tag der Sühne» steht ganz im Zeichen von Umkehr und Versöhnung: Jüdische Gläubige sollen beten, fasten und Almosen geben – als Ausdruck von Reue und Sorge um ihre Mitmenschen. Auf ein Festmahl mit der Familie folgt mit dem Sonnenuntergang ein etwa 25 Stunden langes Fasten. Der Feiertag beginnt mit einem gemeinsamen Gebet in der Synagoge. Festliche weisse Kleidung soll Reinheit symbolisieren, aber auch an weisse Totengewänder erinnern. In Israel wird an Jom Kippur auch der Opfer des Krieges von 1973 gedacht, als Ägypten und Syrien das Land angegriffen hatten.

Der Sprecher der deutschen Regierung Steffen Seibert hat sich über die tödlichen Schüsse bestürzt gezeigt. Er sprach am Mittwoch von «schrecklichen Nachrichten».

Die Stadt Halle spricht von einer «Amok-Lage» und hat einen «Stab für aussergewöhnliche Ereignisse» einberufen. Gebäude und Wohnungen sollten momentan nicht verlassen werden.

Wo genau die Schüsse fielen, ist momentan noch unklar. Ein Reporter der Nachrichtenagentur DPA berichtet, dass eines der Opfer zugedeckt 30 Meter entfernt von einer Synagoge in der Innenstadt von Halle liege. Gegenüber der «Mitteldeutschen Zeitung» sagten Anwohner, ein Mann habe sich an der Tür der Synagoge zu schaffen gemacht und soll später auf eine Passantin geschossen haben. Die Polizei hat bis jetzt diese Informationen nicht bestätigt. Die jüdische Gemeinde in Halle zählt 658 Mitglieder.

Bei Schüssen in der Stadt Halle in Sachsen-Anhalt sind am Mittwoch nach ersten Erkenntnissen zwei Menschen getötet worden. Nach Angaben der Polizei in Halle/Saale ist eine Person festgenommen worden. «Bleiben Sie trotzdem weiterhin wachsam», twitterte die Polizei.

Die Polizei forderte die Menschen in Halle auf, in den Häusern zu bleiben oder sichere Orte aufzusuchen. Die Tat ereignete sich laut Medienberichten unweit einer Synagoge. Augenzeugen berichteten von einem Täter, der einen Kampfanzug getragen haben soll. Demnach soll es auch eine Explosion auf einem Friedhof gegeben haben.

Unsere Kräfte haben eine Person festgenommen.

Bleiben Sie trotzdem weiterhin wachsam.

Wir sind mit starken Kräften in und um #Halle präsent und stabilisieren die Lage, bis alle Informationen gesichert vorliegen.#hal0910

Laut der «Mitteldeutschen Zeitung» sind derzeit alle verfügbaren Polizeieinheiten unterwegs nach Halle. Der Bahnhof von Halle ist nach Angaben der Deutschen Bahn wegen polizeilicher Ermittlung gesperrt. Das teilte die Bahn per Twitter mit. Es komme zu Verspätungen.

mit Agenturen

Freitag Kleidung Zürich – freitag kleidung zürich

Ermutigt Ihnen mein Website, bestimmten zeitraum Ich gehe zu Ihnen beibringen Informationen Schlüsselwort zur Verfügung stellen. Und heute, hier ist das allererstes graphic:

Other Collections of Freitag Kleidung Zürich

FREITAG | Scholtysik & PartnerFREITAG Flagship Store Zuerich | FREITAGStores   Unsere Läden in Zürich   rrrevolve   Online Shop ...FREITAG – eine Erfolgsgeschichte : Zeitungsbericht zum ...FREITAG SWEAT YOURSELF SHOP | FREITAGF abrik im Nœrd | FREITAGFreitag: eine nachhaltige Botschaft | Schweizer VolkswirtschaftF abrik im Nœrd | FREITAG