Zalando Kleid Esprit

Einst war Shopping ein unschuldiger Zeitvertreib. Als Teenager in den Neunzigern fuhren wir in grossen Mädchengruppen von Freiburg im Breisgau nach Basel. Ziel dieser einstündigen Zugfahrt war weder ein Museum noch ein Bad im Rhein: Wir wollten im neu eröffneten H & M Kleider kaufen.

Freizeitkleid - pastel green

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NEW FLUID - Cocktailkleid/festliches Kleid - pink fuchsia

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Cocktailkleid/festliches Kleid - old pink

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Cocktailkleid/festliches Kleid - black

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Dort gab es Sachen, die nicht nur ungemein cool waren, verglichen mit den braven Labels wie United Colors of Benetton, Esprit oder S. Oliver, welche damals das süddeutsche Strassenbild prägten, sondern erst noch günstiger. So erfanden wir dank diesen erschwinglichen Hüllen nicht nur uns selbst bei jedem Besuch neu. Wir erfanden auch ein neues Hobby: Einkaufen.

Was uns damals als wahrgewordener Traum erschien, ist heute Alltag: Modische Kleider kosten weniger als ein Mittagessen, ein T-Shirt im Ausverkauf so viel wie ein Kaffee. H & M ist, verglichen mit Konkurrenten wie Primark, mittlerweile fast schon im mittleren Preissegment anzusiedeln.

Und der Online-Handel hat Shopping zum schnöden Zeitvertreib verkommen lassen. Der Bus kommt zu spät? Dann kaufe ich mir halt ein T-Shirt auf Zalando. 15 Kilogramm Kleider kauft ein Schweizer Bürger laut der Umweltorganisation Greenpeace im Schnitt pro Jahr – 6 Kilo davon wird er nie tragen.

Dass diese Rechnung nicht für alle aufgehen kann, wusste man schon, irgendwie. Aber genau so, wie man leicht verdrängen kann, dass das Poulet in der feinen Tom Kha Gai aus dem Szenelokal wahrscheinlich kein allzu schönes Leben hatte, schob man den Gedanken gekonnt weg, dass irgendjemand den Preis für unsere günstigen Kleider bezahlt.

Vor fünf Jahren änderte sich das. In Bangladesh, einem der Hauptproduktionsstandorte für Textilien, stürzte am 24. April 2013 das Gebäude Rana Plaza ein. Bereits am Vortag waren Risse entdeckt worden, die Polizei verbot den Zutritt. Dennoch befanden sich am nächsten Tag mehr als 3000 Menschen im Gebäude, vor allem Textilarbeiterinnen. Sie wurden zum Arbeiten gezwungen. 1183 starben. Fast 2500 wurden verletzt.

Die Bilder? Schwer zu ertragen. Das Wissen darum, mitschuldig zu sein? Noch viel schwerer. Das Wegschieben war jetzt nicht mehr so einfach. Und Einkaufen machte keinen Spass mehr. Eine Bekannte kaufte ein Jahr lang gar nichts mehr.

DRESS - Freizeitkleid - dark brown

DRESS – Freizeitkleid – dark brown

Ich drehte alle Etiketten um, las, wo das Kleidungsstück hergestellt worden war. Kam es aus Bangladesh, schämte ich mich – und kaufte es nicht, wich auf Flohmärkte aus, auf Secondhandläden. Ich tauschte Kleider mit Freundinnen, achtete auf nachhaltig hergestellte Kleider.

Manchmal wurde ich rückfällig in den gutbestückten Filialen von Zara oder COS, vor allem, wenn ich andere mit modischen Teilen sah. Zu sehr war es Teil des Lebens geworden, mit neuen Kleidern neue Persönlichkeiten anzuprobieren, als dass ich einfach hätte darauf verzichten können.

Wie Fleisch, Milch, Industriezucker, aluminiumhaltige Deos, nicht vegane Kosmetik, Pelz und Palmöl reiht sich das Kleiderkaufen somit ein in die Riege der Dinge, auf die man im Leben am besten gleich ganz verzichtet. Wer beginnt, sich in diesen Bereichen zu informieren, lernt: Wissen ist eben nicht nur Macht. Es kann einem auch gehörig den Spass verderben.

Zumindest wird einem der Verzicht derzeit dadurch erleichtert, dass das Fasten, in wel­chem Bereich auch immer, an und für sich ein Statussymbol ist, über das so ausgiebig diskutiert wird wie über die neueste Designhandtasche.

Ein Beitrag geteilt von Fashion Revolution Switzerland (@fashionrevolutionswitzerland) am Apr 25, 2017 um 1:37 PDT

Dennoch fiel es mir schwerer, den Verlockungen der Kleiderläden zu widerstehen als den günstigen Nicht -Bio -Heidelbeeren. Warum? Leider, so wurde mir klar, rückt der Grund dafür mich nicht in ein gutes Licht: Das Schwierige am Kleiderverzicht ist, dass sich dieser, im Gegensatz zur biologischen Ernährung, nicht auf mich selbst auswirkt.

Mein Leben wird durch bewusstes Shopping nicht einfacher, ich selbst nicht gesünder. Jene, die profitieren, sind mir fremd. Und auf Menschen zu achten, die wir nicht kennen und lieben, das haben wir in letzter Zeit verlernt. Zu sehr geht es darum, sein Instagram -Gärtchen zu pflegen.

Ein anderes Problem: Ein weitverbreitetes, verlässliches Label, vergleichbar mit dem Fairtrade -Zeichen für Nahrungsmittel oder dem «Natrue» -Siegel auf Kosmetik, existiert noch nicht, selbst wenn das GOTS-Tag (Global Organic Textile Standard) und das Oekotex-Siegel an Bekanntheit gewonnen haben.

Hilfestellung dabei, wenn nicht ein besserer Mensch, so wenigstens eine bessere Shopperin zu werden, liefert die international tätige Bewegung Fashion Revolution. Die Gründerinnen sind Orsola de Castro und Carry Somers, zwei britische Designerinnen, die sich mit Themen wie Upcycling und Fairtrade befassten.

Ihnen genügte es nicht, nur ihr eigenes Verhalten anzupassen, und so gründeten sie das mittlerweile weltweit agierende Netzwerk. Heute berät Fashion Revolution Designer und Modehäuser, man arbeitet mit Studenten und Politikern. Auf der Website kann man sich dank vorgefertigten E-Mails und Briefen an Labels wenden. Hashtags wie #WhoMadeMyClothes schüren Aufmerksamkeit im Netz.

Ein Beitrag geteilt von Fashion Revolution (@fash_rev) am Apr 19, 2018 um 4:02 PDT

Jedes Jahr um den 24. April, dem Tag, an dem Rana Plaza einstürzte, wird die Fashion Revolution Week eingeläutet mit verschiedenen Veranstaltungen wie Diskussionsrunden, Demonstrationen, Modeschauen. Neben den Textilarbeiterinnen gilt es einen weiteren unfreiwillig an der Mode beteiligten Akteur zu schützen: die Erde. «20 Prozent der globalen Wasserverschmutzung wird durch die Kleiderproduktion verursacht», sagt de Castro. Allein in Nordamerika würden jedes Jahr 10,5 Millionen Tonnen Kleider auf der Müllhalde landen.

Nach diesen Informationen fühlt man sich ein wenig wie einst im Biologieunterricht nach dem Anti -Raucher -Film. Soll man jetzt tatsächlich am besten gar nicht mehr einkaufen? «Es geht uns keinesfalls darum, die Menschen zu massregeln, wir wollen weder Kunden noch Marken an einen Pranger stellen», erklärt de Castro.

«Wir lieben Mode, aber nicht auf Kosten der Menschen, die sie herstellen, und auf Kosten unseres Planeten.»

Das Ziel der Fashion-Revolution-Bewegung sei es, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, auf wie viele Arten man etwas bewirken kann. Jede und jeder müsse selbst herausfinden, was für ihn stimme.

Als hilfreich erweist sich hier die von der Bewegung entwickelte «Buyerarchy of Needs» (siehe oben), die, ähnlich wie die Lebensmittelpyramide, aufzeigt, dass unser Grundnahrungsmittel jene Dinge sein sollten, die wir schon besitzen. Winzig klein und am Kopf der Pyramide ist das Äquivalent zum Zucker bei der Ernährung zu finden: das Einkaufen neuer Klamotten.

Auch Pauline Treis, der Schweizer Kopf des Netzwerks, das hierzulande momentan aus 14 Leuten besteht, möchte keinesfalls moralisieren. «Wir sind eine positive Bewegung», erklärt Treis, die seit fünf Jahren das nachhaltige Kleiderlabel Junglefolk in Zürich führt.

Neben­bei organisiert sie ehrenamtlich Veranstaltungen wie den «Fashion Revolution» -Bereich am neuen Criterion -Festival für Handwerk und Design in Zürich sowie Modeschauen und Treffen während der Fashion Revolution Week. Und Treis steht immer in regem Kontakt mit Menschen, die sich gerne engagieren wollen. Das können Verbraucher sein oder auch die Schweizer Conscious -Verantwortliche von H & M, mit der sich Pauline Treis kürzlich traf.

Die positive Art und die Offenheit der Bewegung wirken sympathisch. Allerdings wird sie so auch schwerer greifbar: Differenzieren ist eben anspruchsvoller, als jedem Pelzträger einen Kaugummi in den Kragen zu drücken, und sei es bloss in Gedanken.

Immerhin wird nicht nur das Gewissen, sondern auch das Leben überhaupt deutlich einfacher, wenn man sich dazu entschieden hat, möglichst nachhaltig einzukaufen: Die Zahl der Läden, die infrage kommen, schrumpft nämlich beträchtlich.

Zalando Kleid Esprit – zalando kleid esprit

Angenehm in der Lage zu sein, mein Website, in diesem zeitraum ich werde erklären auf Schlüsselwort zur Verfügung stellen. Jetzt, das ist das 1st impression:

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